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 Kommuni ... pli ... kation oder: Mach dich vom Acker

Meistens ist Herrchen gnadenlos konstruktiv. Und manchmal stößt er sich dabei gründlich die Nase. Bevor ich die Geschichte von dem tollsten Dialog erzähle, den ich in diesem Sommer gehört habe (für euch: gekürzt), sollte ich dir vielleicht noch erzählen, dass Herrchen ja auch "Kommunikation" unterrichtet. Und Kommunikation ist immer dann am spaßigsten, wenn sie misslingt. Findest du nicht auch?

Herrchen sagt immer, wenn sich ein Konflikt in der Kommunikation zeigt, dann muss man aufpassen, dass die Beziehung nicht kaputt geht. Auch Beziehungen, die sich über Jahre bewährt haben, können in der Hitze eines Streitgesprächs heftig gezaust werden. Also, sagt er, muss man zwischen dem Konfliktpartner und dem, was er sagt, trennen. Den Konfliktpartner wertschätzen und das, was er sagt, sorgfältig prüfen.

Also: Auch wenn sich dein Konfliktpartner gerade krötig benimmt, denk dran, dass in jeder Kröte eine Prinzessin steckt. Eine Zeichnerin, die in diesem Fall gern anonym bleiben möchte, hat das für uns so dargestellt:
 
 


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Jetzt kommt die Geschichte: Im Sommer besuchten wir Freunde auf dem platten Land. Es war eine Hochzeitsfeier, und ab und zu verließen Frauchen, Herrchen und ich das Grundstück, wo sich so viele Leute, Kinder und Hunde tummelten, dass ich schon ganz wuschig im Kopf wurde. Wir gingen einen Feldweg entlang, der irgendwo im Feld blind endete. Einfach hin und zurück, das tat gut und macht die Köpfe wieder frei.

Am Nachmittag kamen dann Bauern ins Feld, mit ihrem Mähdrescher, der bald darauf mit irgendeinem Schaden ausfiel. Und da saßen sie nun mit fünf Mann, drei Autos, davon ein Van mit einem Rotti hinten drin, der natürlich Laut gab, weil er sauer war über sein Blechdosengefängnis, auf das außerdem noch die helle Sonne schien.

So. Wir drei gingen also wieder auf den Feldweg, grüßten freundlich und bekamen außer dem Alarmgebell des Rotti erstmal keinen Gruß zurück.

Nachdem wir ein Stück des Wegs zurückgelegt hatten, pöbelte es plötzlich hinter uns her: "Nehmen Sie bitte den Hund an die Leine!" Mit einem Gouvernanten-"Bitte" oder einem Platzwart-"Bitte", nicht mit einem freundlichen "Bitte". Und dann entspann sich eine Diskussion zwischen Herrchen und dem Bauern, der mit seinem Mähdrescher nicht zurecht kam, die als Lehrstück in Kommuni ... pli ... kation gelten könnte. Aber eigentlich war alles ganz einfach.

So, jetzt musst du dich entscheiden, ob du lesen oder clicken willst. Wenn dir die Geschichte zu lang wird - hier gehts zur Homepage.






"Der Hund ist ausgebildet", sagte Herrchen. Und das stimmt auch: ich habe schon drei Pokale gewonnen. Natürlich würde ich auf dem Weg bleiben, wenn Herrchen es wünschte.

"Wenn ein Reh übers Feld läuft, bleibt der Hund bestimmt nicht auf dem Weg", war die bäuerliche Antwort.

Da hatte er Recht, aber die Wahrscheinlichkeit, dass sich Rehe im Feld aufhielten, nachdem er mit seinem Mähdrescher darauf herumgeackert hatte, schätzte ich ziemlich gering ein.

"So ein großer Hund muss ab und zu frei laufen", versuchte es Herrchen von der anderen Seite.

"Ah, Sie sind bestimmt so ein Grün-Wähler." Nanu. Ach so: er denkt "Grün = Verfechter artgerechter Tierhaltung = will nicht, dass ich Geld verdiene". Das hätte ja ein spannendes Diskussionsthema werden können, aber diskutiere mal mit einem Bauer, der seinen Rotti in der Dose hält.

"Ihr Hund kann auf der Straße frei laufen." Nun müsst ihr wissen; die kleine Landstraße war gerade mähdrescherbreit, und dazu heizen die Plattländer dort ihre Autos, dass einem schon Angst und Bange werden könnte. Nicht gut für Hunde.

Dafür hatte unser Bauer kein Verständnis. Er ließ sich noch darüber aus, dass die Wege hier doch ganz klar privat seien, und ob wir bei uns in der Großstadt auch ungefragt in jedem Vorgarten spazieren gingen ... Herrchen ist normalerweise recht zäh, war am Ende besiegt und gefrustet und hat unsere Freundin gefragt, ob die Bauern bei ihr in der Gegend alle so bekloppt seien. Er und der Bauer hatten in verschiedenen Filmen gespielt, die in verschiedenen Kinos liefen.

Soviel zur Pflege der Beziehungsebene, zu Prinzessinnen und Kröten: Man sollte nie vergessen, wem der Boden gehört, auf dem man steht, und wissen, wann es Zeit ist, ihn einfach zu verlassen.


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