1.
Aufschreiben
Träume
entstehen in einer anderen "Abteilung" unseres Gehirns als die Gedanken
des Wachbewusstseins. Beide Abteilungen sind selten "ein Herz und eine
Seele". Schon in den ersten Augenblicken des Aufwachens
beginnt die Bearbeitung eines Traumes durch den "inneren Zensor" - und
- mit wenigen Ausnahmen - das Vergessen des Traumes!
Wenn Sie Ihre Träume
also möglichst unmittelbar und
vollständig erfassen möchten, schreiben Sie sie sofort
auf. Dabei gilt die Faustregel: Was Sie behalten haben, ist das
Wesentliche. Die Geschichte muss nicht lückenlos oder "rund" sein.
2. Traumtagebuch
führen
Wenn Sie die Sprache Ihrer
Träume verstehen lernen möchten,
legen Sie sich ein Traumtagebuch an. Schreiben Sie nicht nur Ihre
Träume hinein, sondern auch die wichtigen Ereignisse des Tages und
die Fragen, die Sie zurzeit beschäftigen. Sie können auch
Träume "bestellen", indem Sie Ihrer inneren Weisheit vor dem
Schlafengehen Ihre Frage stellen und sie dann loslassen. Seien Sie
neugierig auf alles, was Sie bekommen!
3. Symbole
entschlüsseln
Die Traumsprache ist eine
Bildersprache, ähnlich wie chinesische
Buchstaben eine Form der Symbolsprache sind. Traumsymbole sind: Orte,
Räume, Menschen, Tiere, Pflanzen - alles, was Sie bildhaft
darstellen können. Entschlüsseln Sie jedes Symbol einzeln,
indem Sie fragen:
- Welcher Teil von mir bist
du?
- Was bist du für
mich?
- Wofür stehst du in
meinem Leben?
Lösen Sie sich bei der
Übersetzung der einzelnen Symbole vom
Ablauf des Traums und von den Gefühlen, die der Traum Ihnen zu
diesem Symbol vermittelt hat. Seien Sie einfach aufgeschlossen und
neugierig, und lassen Sie sich die Antworten direkt von Ihrer inneren
Weisheit geben, ohne sie mit dem Verstand zu bearbeiten. Schreiben Sie
einfach die Ideen auf, die Ihnen spontan in den Sinn kommen. In diesem
Schritt muss
nichts "logisch erklärbar" sein - die Logik des Traumes erfassen
Sie später.
Erfassen Sie auch
Sätze, die im Traum gesagt werden und die Sie im
Wortlaut behalten haben. Zu welchem Lebensbereich, zu welcher Frage in
Ihrem Leben passt dieser Satz?
Natürlich muss nicht
jedes Traumbild ein Symbol sein. Manchmal werden einfach Tagesreste
verarbeitet, der Traum spielt Ihnen einen Film vor von Dingen, die
Ihnen bevorstehen, oder der Mensch, von dem Sie träumen, ist im
Traum tatsächlich gemeint. Sie werden spüren, wenn dies so
ist.
4. Das Lebensgefühl
im Traum erfassen
Fragen Sie sich: was in
meinem Leben fühlt sich so an wie diese
Traumsituation (dieser Ort, diese Figur, etc.)?
Starke Gefühle weisen
darauf hin, dass Ihre innere Weisheit Sie dazu drängt, sich mit
etwas auseinanderzusetzen, was Sie im Alltag nicht ernst genug nehmen
bzw. vor sich her schieben.
5. Auf Besonderheiten und
Kleinigkeiten achten
Achten Sie auf
Besonderheiten in den Bildern oder auch im Zusammenspiel
von Bildern, Gefühlen und Handlung im Traum. Was scheint nicht
zusammen zu passen? Was ist zu groß, zu klein, oder steht in
einem "unpassend" erscheinenden Zusammenhang? Welche kleinen Dinge
finden sich im Traumbild oder in der Traumszene, die dort "eigentlich"
nicht hingehören? Gehen Sie damit so um, wie im Schritt Nr. 3
"Symbole entschlüsseln" beschrieben.
6. Den Ablauf erfassen und
Lösungsimpulse finden
Wenn Sie die Traumsymbole
entschlüsselt haben, zeichnen Sie den
Ablauf des Traumes noch einmal mit den Übersetzungen nach. Um
welches Lebensthema geht es im Traum? Wie
beginnt er, wie entwickelt er sich während der Traumszenen, und
wie geht er zu Ende? Welcher Lösungsschritt wird erkennbar?
Schreiben Sie Ihre Gedanken
und Erkenntnisse in Ihr Traumtagebuch, dazu
Ihre Absichten, was Sie praktisch tun werden. Halten Sie fest, was Sie
beim praktischen Umsetzen Ihrer Absichten erleben.